Kitchecker Modell Journal

Eduard’s SSW D.III, ProfiPack

Kitbezeichnung: SSW D.III

Hersteller: Eduard Model Accessories

Material: Spritzguss, Metall, Decals, Abdeckmaske

Preis: ca. € 19,–

Maßstab: 1:48

Kitnummer: 8256

Produktlink: Siemens-Schuckert D.III

Erhältlich ab: November 2014


Einleitung:

Die Siemens-Schuckert D.III war ein gegen Ende des ersten Weltkrieges von den Siemens-Schuckertwerken konstruiertes und auf deutscher Seite bei den Fliegertruppen eingesetztes einsitziges Doppeldecker-Jagdflugzeug. Sie wurde von Dipl. Ingenieur Harald Wolff aus einer Serie von D.II-Prototypen entwickelt, um den neuartigen Siemens & Halske Sh.III-Umlaufmotor einzusetzen.

Die Inspektion der Fliegertruppe orderte am 26. Dezember 1917 eine erste Vorserie von 20 Flugzeugen, die ab Januar 1918 an die Front geliefert wurde. Im Februar 1918 erfolgte eine weitere Bestellung über 30 Stück. Die Piloten des Jagdgeschwaders 2 erhielten als erste die neue Maschine, reklamierten jedoch nach einiger Zeit, dass der neue Sh.III-Motor zur Überhitzung neigte und bei Nutzung herkömmlichen Schmieröls bereits nach 10 Betriebsstunden Kolbenfresser und Kurbelwellenbrüche drohten. Siemens-Schuckert musste daher die gelieferten Flugzeuge zurücknehmen und schnitt zur besseren Kühlung ein Strück aus der runden Motorhaube heraus.

Trotz durchschnittlicher Geschwindigkeit erwies sich die D.III nun als hervorragendes Jagdflugzeug. Ihre Steigleistung erreichte kein anderes Flugzeug dieser Zeit, wodurch sie sich besonders für den Einsatz als Abfangjäger eignete. (Quelle: Wikipedia)


Box und Inhalt:

Bereits 1993 brachte Eduard als einen der ersten hauseigenen Bausätze überhaupt eine Siemens-Schuckert D.III in 1:48 auf den Markt. In Short-Run-Technologie produziert, war der Kit von sehr bescheidener Qualität, was sogar der Boss von Eduard, Vladimir Sulc, freimütig zugibt.

Short-Run gehört bei der tschechischen Modellbaufirma längst der Vergangenheit an. Der aktuelle Bausatz der SSW D.III wurde mit der neuesten Technologie entworfen und produziert. Was enthält nun die orange-graue ProfiPack-Schachtel? 

  • 2 Spritzgussrahmen mit 78 Teilen in dunkelgrauem Plastik
  • 1 Fotoätzteilplatine
  • 1 Plastikfilm für den Windschild
  • 1 Abdeckmaske
  • 4 Decalbögen
  • 16-seitige farbige Bau- und Bemalungsanleitung im Format A5

 


Der Bausatz:

Die Bauteile sind, wie bei allen neuen Eduard-Produkten üblich, sehr sauber, ohne Grate, Fischhaut oder Sinkstellen gegossen. Auch kleinste Teile sind noch schön detailliert und weisen nur ganz schwache bzw. gar keine Formtrennlinien auf. Die Oberflächendetails sind sensationell. Neben den üblichen feinen Gravuren sieht man auf den Tragflächen und dem Leitwerk die Schnüre, mit denen beim Original die Stoffverspannung auf den Rippen vernäht worden ist.

Positiv ist auch, dass bei diesem Bausatz die Verbindungszapfen der Verstrebungen zwischen Ober- und Unterflügel in einer brauchbaren Größe ausgeführt sind und man dadurch eine ordentliche Klebefläche hat, die den Belastungen auch standhalten wird. Das haben wir bei Eduard auch schon anders gesehen. Quer-, Höhen- und Seitenruder liegen separat bei und können so bequem in ausgelenkter Stellung angebracht werden.

Der Bau beginnt mit dem Cockpit, das mit teilweise bereits farbig bedruckten Ätzteilen ordentlich aufgepeppt werden kann. Bei allen, auch noch so kleinen Teilen, ist angegeben, wie sie bemalt werden sollen. Das ist bei vielen anderen Produzenten sehr oft nicht der Fall und man kann oft nur raten, oder muss sich die Informationen aus dem Internet oder Printmedien besorgen.

Weiter geht es mit den MGs, die entweder mit PE-Teilen aufgewertet (z.B. der Kühlmantel), oder als fertige Teile eingebaut werden können. Auch der Sternmotor ist recht gut wiedergegeben, nur die Kühlrippen an den Zylindern sind etwas zu überproportioniert ausgefallen. Zur Superdetaillierung der MGs und des Motors bietet Eduard aber auch zwei Brassin-Sets mit den Kitnummern 648177 und 648166 an, über die wir demnächst hier berichten werden.

Die Bauanleitung zeigt auch, wo die Verspannungsdrähte angebracht werden müssen. Sehr lobenswert ist, dass die Ätzteilplatine Spannschlösser enthält, was die Sache doch wesentlich vereinfachen wird. Mit den beiliegenden Abdeckmasken wird die Lackierung der Räder zum Kinderspiel.


Markierungsmöglichkeiten:

Die Farbangaben in der Bemalungsanleitung beziehen sich auf Gunze Aqueous- bzw. Mr. Color-Farben.

Die vier von Cartograf gedruckten Decalbögen sind über jeden Zweifel erhaben. Absolut sauber und versatzfrei weisen sie nur einen minimalen Überstand des Trägerfilms auf. Neben dem Rautentarnmuster (vielfach auch Lozenge genannt) auf den Ober- und Unterseiten der Tragflächen und des Höhenruders inklusive Rippensicherungsbändern lassen sie den Bau von fünf sehr farbenfrohen Modellen der SSW D.III zu.

Alle Markierungsmöglichkeiten sind – bis auf eine – als farbige Vier-Seiten-Risszeichnung in der Bemalungsanleitung genau dargestellt. Da sollten keine Fragen offen bleiben. Die Bemalungsanleitung für die fünfte Maschine (SSW D.III 3025/18, Trier, Dezember 1918 bis Januar 1919) kann man sich hier von der Eduard-Homepage herunterladen und ausdrucken.


 

Jasta 4, Leutnant Ernst Udet, Metz, 3. Oktober 1918

 


1618/18, Jasta 85 (Kest 5), Leutnant Heinrich Dembowsky, Schaffhausen, 13. November 1918

 


Jasta 15, Chery-les-Pouilly, Juli 1918

 


1626/18, Kest 4b, Vzfw. Reimann, September 1918

 


3025/18, Trier, Dezember 1918 – Januar 1919

 


Detailbilder:


Bilder von der Eduard-Homepage einer SSW D.III, gebaut von Lubos Zach:


Fazit:

Für Fans von farbenprächtigen Flugzeugen aus dem 1. Weltkrieg ist dieser Bausatz ein echtes „must have“. Nicht nur die Markierungsoptionen sind top, sondern auch die Qualität der Spritzguss- und Fotoätzteile. Für Einsteiger in das Modellbauhobby können wir den Bausatz allerdings nicht empfehlen, da bleibt der Bastelspaß wahrscheinlich auf der Strecke. Das Preis-/Leistungsverhältnis ist bei diesem Kit absolut in Ordnung.



Vielen Dank an die Firma für die Bereitstellung dieses Besprechungsmusters!

©kitchecker.de

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