Kitchecker Modell Journal

Eduard’s SSW D.III, Weekend Edition

Siemens-Schuckert SSW D III (1)

Kitbezeichnung: SSW D.III

Hersteller: Eduard Model Accessories

Material: Spritzguss, Decals, Folienfilm

Preis: ca. € 14,50

Maßstab: 1:48

Kitnummer: 8484

Produktlink: Siemens-Schuckert D.III

Erhältlich ab: April 2015


Einleitung:

Die Siemens-Schuckert D.III war ein gegen Ende des ersten Weltkrieges von den Siemens-Schuckertwerken konstruiertes und auf deutscher Seite bei den Fliegertruppen eingesetztes einsitziges Doppeldecker-Jagdflugzeug. Sie wurde von Dipl. Ingenieur Harald Wolff aus einer Serie von D.II-Prototypen entwickelt, um den neuartigen Siemens & Halske Sh.III-Umlaufmotor einzusetzen.

Die Inspektion der Fliegertruppe orderte am 26. Dezember 1917 eine erste Vorserie von 20 Flugzeugen, die ab Januar 1918 an die Front geliefert wurde. Im Februar 1918 erfolgte eine weitere Bestellung über 30 Stück. Die Piloten des Jagdgeschwaders 2 erhielten als erste die neue Maschine, reklamierten jedoch nach einiger Zeit, dass der neue Sh.III-Motor zur Überhitzung neigte und bei Nutzung herkömmlichen Schmieröls bereits nach 10 Betriebsstunden Kolbenfresser und Kurbelwellenbrüche drohten. Siemens-Schuckert musste daher die gelieferten Flugzeuge zurücknehmen und schnitt zur besseren Kühlung ein Strück aus der runden Motorhaube heraus.

Trotz durchschnittlicher Geschwindigkeit erwies sich die D.III nun als hervorragendes Jagdflugzeug. Ihre Steigleistung erreichte kein anderes Flugzeug dieser Zeit, wodurch sie sich besonders für den Einsatz als Abfangjäger eignete. (Quelle: Wikipedia)


Box und Inhalt:

Bereits 1993 brachte Eduard als einen der ersten hauseigenen Bausätze überhaupt eine Siemens-Schuckert D.III in 1:48 auf den Markt. In Short-Run-Technologie produziert, war der Kit von sehr bescheidener Qualität, was sogar der Boss von Eduard, Vladimir Sulc, freimütig zugibt.

Short-Run gehört bei der tschechischen Modellbaufirma längst der Vergangenheit an. Der aktuelle Bausatz der SSW D.III wurde mit der neuesten Technologie entworfen und produziert. Was enthält nun die blaue Weekend-Edition Schachtel? 

  • 2 Spritzgussrahmen mit 78 Teilen in dunkelgrauem Plastik
  • 1 Folienfilm für den Windschild
  • 2 Decalbögen
  • 12-seitige farbige Bau- und Bemalungsanleitung im Format A5

Siemens-Schuckert SSW D III (2) Siemens-Schuckert SSW D III (3) Siemens-Schuckert SSW D III (4) Siemens-Schuckert SSW D III (5) Siemens-Schuckert SSW D III (6)


Der Bausatz:

Die Bauteile sind, wie bei allen neuen Eduard-Produkten üblich, sehr sauber, ohne Grate, Fischhaut oder Sinkstellen gegossen. Auch kleinste Teile sind noch schön detailliert und weisen nur ganz schwache bzw. gar keine Formtrennlinien auf. Die Oberflächendetails sind sensationell. Neben den üblichen feinen Gravuren sieht man auf den Tragflächen und dem Leitwerk die Schnüre, mit denen beim Original die Stoffverspannung auf den Rippen vernäht worden ist.

Positiv ist auch, dass bei diesem Bausatz die Verbindungszapfen der Verstrebungen zwischen Ober- und Unterflügel in einer brauchbaren Größe ausgeführt sind und man dadurch eine ordentliche Klebefläche hat, die den Belastungen auch standhalten wird. Das haben wir bei Eduard auch schon anders gesehen. Quer-, Höhen- und Seitenruder liegen separat bei und können so bequem in ausgelenkter Stellung angebracht werden.

Der Bau beginnt mit dem Cockpit. Weil es gut einsehbar ist, sollten unbedingt Sitzgurte angebracht werden, die bei der Weekend-Edition fehlen – im Gegensatz zum ProfiPack. Bei allen, auch noch so kleinen Teilen, ist angegeben, wie sie bemalt werden sollen. Das ist bei vielen anderen Produzenten oft nicht der Fall und man kann oft nur raten oder muss sich die Informationen aus dem Internet oder Printmedien besorgen.

Weiter geht es mit den MGs, die brauchbar detailliert sind. Auch der Sternmotor ist recht gut wiedergegeben, nur die Kühlrippen an den Zylindern sind etwas zu überproportioniert ausgefallen. Zur Superdetaillierung der MGs und des Motors bietet Eduard aber auch zwei Brassin-Sets mit den Kitnummern 648177 und 648166 an, über die wir auf Kitchecker bereits berichtet haben.

Die typisch für Eduard sehr exakt gezeichnete Bauanleitung zeigt genau, wo die Verspannungsdrähte angebracht werden müssen. Das ist nicht bei jedem Hersteller der Fall.


Markierungsmöglichkeiten:

Die Farbangaben in der Bemalungsanleitung beziehen sich auf Gunze Aqueous- bzw. Mr. Color-Farben.

Die beiden Decalbögen sind über jeden Zweifel erhaben. Absolut sauber und versatzfrei gedruckt weisen sie nur einen minimalen Überstand des Trägerfilms auf. Neben dem Rautentarnmuster (vielfach auch Lozenge genannt) auf den Ober- und Unterseiten der Tragflächen und des Höhenruders inklusive Rippensicherungsbändern lassen sie den Bau von zwei sehr farbenfrohen Modellen der SSW D.III zu.

Alle Markierungsmöglichkeiten sind als farbige Vier-Seiten-Risszeichnung in der Bemalungsanleitung genau dargestellt.


SSW D.III, Jasta 15, Chery-les-Pouilly, Juli 1918

Siemens-Schuckert SSW D III (7)


SSW D.III, 1611/18, Kest 4b

Siemens-Schuckert SSW D III (8)


Detailbilder:

Siemens-Schuckert SSW D III (23) Siemens-Schuckert SSW D III (22) Siemens-Schuckert SSW D III (24) Siemens-Schuckert SSW D III (21) Siemens-Schuckert SSW D III (20) Siemens-Schuckert SSW D III (17) Siemens-Schuckert SSW D III (18) Siemens-Schuckert SSW D III (25) Siemens-Schuckert SSW D III (19) Siemens-Schuckert SSW D III (13) Siemens-Schuckert SSW D III (14) Siemens-Schuckert SSW D III (15) Siemens-Schuckert SSW D III (16) Siemens-Schuckert SSW D III (9) Siemens-Schuckert SSW D III (10) Siemens-Schuckert SSW D III (11) Siemens-Schuckert SSW D III (12)


Fazit:

Die Weekend-Edition aus dem Hause Eduard ist ja bekanntlich die abgespeckte Version des ProfiPacks. Das bedeutet, dass weder Fotoätzteile noch Abdeckmasken beiliegen. Die Spritzgussrahmen sind aber die gleichen – und die sind in top Qualität hergestellt. Wer also ein paar Euro sparen will, ist mit der Weekend-Edition gut bedient.


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Vielen Dank an die Firma für die Bereitstellung dieses Besprechungsmusters!

©kitchecker.de

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